5. – 6. Schuljahr

Elona Gutschlag

Papier im Alltag

Ist ein Alltag ohne Papier möglich?

Um die Schülerinnen und Schüler auf das Thema „Papier im Alltag einzustimmen, fange ich den Unterricht mit der provozierenden Frage an: „Was wäre, wenn ihr morgens aufwachen würdet und alles Papier wäre plötzlich aus eurem Leben verschwunden? Ich erwarte mir von der Auseinandersetzung mit diesem Szenarium, dass ihnen bewusst wird, was im Alltag alles aus Papier ist, welche Präsenz und welchen Stellenwert Papier hat und in welcher Vielfalt es uns begegnet. Die Reaktion meiner Schülerinnen und Schüler auf diese Eingangsfrage ist zunächst sehr zurückhaltend. Kurz danach zeigen sie aber eine gewisse Begeisterung, weil ein Leben ohne Papier für sie auch ein Leben ohne Bücher, ohne Arbeitsblätter und ohne schriftliche Leistungsnachweise bedeuten würde.
1. Stunde: Wie sähe euer Leben ohne Papier aus?
Die Vorstellung, alles im Unterricht mit den Tabletts erledigen zu müssen, hebt ihre Stimmung noch mehr. Diese Begeisterung wird unterbrochen, als Lara besorgt fragt: „Aber was ist mit dem Toilettenpapier? Ich schmunzele, da ich diese Frage erwartet habe. Ich zeige jetzt einen Werbeclip:
Die Kinder lachen. Erik meldet sich und sagt, man könne auf alles Papier verzichten, aber doch nicht auf Toilettenpapier!
Ich lese ihnen jetzt ein Gedicht vor, das ich parallel dazu auch auf dem interaktiven Whiteboard zeige. Dieses Gedicht habe ich vor einigen Jahren für eine Geburtstagsfeier gedichtet (siehe AB 1). Die Schülerinnen und Schüler nennen jetzt weitere Gegenstände aus Papier, auf die sie leicht oder auf die sie auf keinen Fall verzichten könnten. Da nicht alle Gegenstände aus dem Gedicht bzw. aus dem Alltag genannt werden, arbeiten sie mit dem Arbeitsblatt 1 weiter. Als Unterstützung zeige ich ihnen mit dem interaktiven Whiteboard noch ein Wimmelbild (siehe Material 1 ). Alternativ lege ich das Bild für alle erreichbar auf das Lehrerpult. Sie finden es auch unter der folgenden Adresse
oder sie können sich über den QR-Code den Film „Papierener Alltag ansehen.
In Gruppen oder Partnerarbeit erstellen die Schülerinnen und Schüler nun eine Mindmap und markieren dabei mit unterschiedlichen Farben die Begriffe der Gegenstände aus Papier, auf die sie in ihrem Alltag verzichten könnten und auf die sie nicht verzichten könnten (Abb. 1 ).
2. Stunde: Wie hoch ist der Papierverbrauch in Deutschland?
Auf dem Pult habe ich viele unterschiedliche Papierstücke von unterschiedlichen alltäglichen Dingen wie Toilettenpapier, Pappbechern, Heften, Verpackung von Schokoladen u.v.m. ausgelegt.
Die Schülerinnen und Schüler berichten zunächst von ihren Erfahrungen, welche dieser Papiere sie im Alltag nutzen. Dann können sie die verschiedenen Papiersorten vier Kategorien von Papier zuordnen:
  • grafische Papiere,
  • Verpackungspapiere,
  • Hygienepapiere,
  • Spezialpapiere.
Ich entscheide mich für diese Kategorien, weil ich somit das Tortendiagramm von der Organisation „Robin Wood nutzen kann (siehe Abb. 2 ). Andere Kategorien wären ebenfalls denkbar.
Für die Recherche des Papierverbrauchs in Deutschland und in der Welt nutzen die Schülerinnen und Schüler unter anderem die auf dem Arbeitsblatt  2 angegebenen Internetseite, die mit einem QR-Code abgerufen werden kann. Zunächst beschreiben sie die dort angegebenen Daten, und danach erstellen sie damit ein Diagramm.
Im Voraus habe ich mich mit der Mathematiklehrkraft darüber ausgetauscht und weiß, dass die Schülerinnen und Schüler bereits ähnliche Tortendiagramme im Matheunterricht erstellt und beschrieben haben. Sollten die Schülerinnen und Schüler im Matheunterricht bisher keine Tortendiagramme behandelt haben, bietet sich an, die obige...

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