5. – 9. Schuljahr

Karl-Martin Ricker

Papier oder Kunststoff?

Eine PowerPoint-Präsentation regt zum Analysieren und Diskutieren an

Kunststofftüten sind out. In manchem Supermarkt liegen an der Kasse nur noch Einkaufstüten aus Papier. Für größere Einkäufe kann man auch eine Faltkiste aus Pappe erwerben. Die Problematik des Plastikmülls in den Meeren ist im allgemeinen Bewusstsein der Bevölkerung angekommen. Die Medien waren im vergangenen Jahr voll davon. Vor allem die Meldung, Mikroplastik lande über die Nahrungskette auch auf unseren Tellern, hat viele Menschen erschreckt. Forscher der Universität von Newcastle in Australien haben ermittelt, dass wir durchschnittlich 5 g Mikroplastik, etwa das Gewicht einer Kreditkarte, pro Woche mit der Nahrung aufnehmen.
Die Umweltministerin plant ein Verbot von Plastiktüten im Einzelhandel. Selbst in der Fleisch- und Käseabteilung des Supermarkts wird mir die frische Ware in braunes Papier eingepackt. „Ist doch super, denke ich. Allerdings ist das Papier innen mit einer dünnen Kunststofffolie beschichtet. Also doch nur ein weiteres Beispiel für „Greenwashing? Wenn ich mich im Supermarkt umschaue, entdecke ich überall Produkte in Kunststoffverpackungen (siehe Abb. 1 ). Auf dem Gebiet hat sich hier noch gar nichts geändert. Es bleibt also noch viel zu tun.
Zielsetzung für den Unterricht
Ist Papier wirklich eine sinnvolle Alternative? Diese Frage möchte ich mit meinen Zehntklässlern im naturwissenschaftlichen Unterricht diskutieren. Während der vorausgegangenen Unterrichtseinheit „F®isch auf den Tisch Ökologie der Meere (Biologie 5 – 10, Heft 20, 2017) haben sich die Lernenden bereits mit der Problematik des Plastikmülls im Meer auseinandergesetzt. Der Umstieg von Kunststoff- auf Papiertüten erscheint den meisten sinnvoll. Im Folgenden sollen sie die beiden Produkte vergleichen.
Medienkompetenz schulen
Grafische Abbildungen, nicht nur als Block- und Kreisdiagramme, sondern in allen möglichen Darstellungsformen, begegnen uns in den Medien überall. Sie sind gut geeignet, komplexe Zusammenhänge zu veranschaulichen und verständlich zu machen. Doch auch hier ist ein kritischer Blick erforderlich. Zu leicht lassen sich Informationen in Grafiken zwar inhaltlich korrekt, aber doch mit manipulativer Wirkung verbreiten.
Diagramme sind ein einfaches Mittel, um Menschen von einer Aussage zu überzeugen. Ein Beispiel: Eine deutlich ansteigende Kurve suggeriert einen enormen Zuwachs einer Bevölkerungsgruppe. Aber bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass die y-Achse nicht bei null beginnt, sondern bei einem sehr viel höheren Wert. Würde sie bei null beginnen, wäre der Anstieg nur noch marginal.
Zur digitalen Bildung gehört auch das Überprüfen der Vertrauenswürdigkeit von Quellen. Deshalb fordere ich meine Schülerinnen und Schüler immer wieder dazu auf, zu überprüfen, wer die Informationen veröffentlicht hat, wie aktuell sie sind, ob sie mit anderen seriösen Quellen verlinkt sind und vor allem welche Absicht bzw. Zielsetzung hinter der Darstellung zu erkennen ist.
Die Fähigkeit, Grafiken kritisch zu analysieren, stellt in Zeiten der „Fake News eine sehr wichtige Kompetenz dar, die unsere Schülerinnen und Schüler erwerben sollten. Deshalb habe ich mich entschlossen, das Thema „Papier- und Kunststofftüten im Nachhaltigkeitstest vor allem anhand von Grafiken erschließen und diskutieren zu lassen. Dafür habe ich eine PowerPoint-Präsentation zusammengestellt. Sie enthält aber nicht nur zu analysierende Grafiken, sondern auch Aufgaben für praktische Versuche, zur Recherche und für Berechnungen und eigene grafische Darstellungen.
Viele Informationen habe ich aus den „Unterrichtsmaterialien Papier, herausgegeben von Papier & Ökologie e.V. und der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung ANU NRW e.V., übernommen. Diese Themenmappe stelle ich den Lernenden zur Recherche digital zur Verfügung. Auch hier können die Schülerinnen und Schüler zu bestimmten Fragen Daten und Zahlen...

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