5. – 10. Schuljahr

Elona Gutschlag

Papier unterschätzter Werkstoff

„Nur wenige Erfindungen in der Geschichte der Menschheit hatten einen derart großen Einfluss auf unsere Gesellschaft wie die des Papiers. Gäbe es unsere modernen und demokratischen Industriegesellschaften auch ohne erschwingliche Bücher, Zeitschriften und Zeitungen? Was bewirkte die Verwandlung vom Luxusartikel über ein billiges Massenprodukt bis hin zum Umweltproblem?

Papier in unserem Alltag
Über 240 kg Papier verbraucht jede deutsche Bundesbürgerin bzw. jeder deutsche Bundesbürger durchschnittlich im Verlauf eines Jahres. Wie kommt es zu diesem Papierverbrauch? Ein Blick durch die Wohnung verrät es: Wir benötigen Papier für wunderbare Dinge wie Literatur und Kunst und auch um uns zu informieren, also für Zeitungen und Zeitschriften. Weder Verwaltung noch Handel funktionieren ohne Papier. Vor allem aber sind aus dem Bereich der Hygiene Taschentücher, Toilettenpapier, Servietten und Küchenpapier nicht wegzudenken. In der Mindmap ist ein Ausschnitt der Bandbreite des Themas „Papier dargestellt, die Hervorhebungen weisen auf die in den Praxismodulen behandelten Inhalte hin.
Papier ist wie selbstverständlich immer vorrätig
Auch für unsere Schülerinnen und Schüler ist kaum ein Stoff so allgegenwärtig wie Papier, da es für sie einen wichtigen „Verbrauchsstoff darstellt. Sie nutzen es zum Schreiben und Basteln sowie für die Hygiene, und sie sind damit in der Regel nicht immer sparsam. Wie oft sehen wir nur zur Hälfte beschriebene Collegeblock-Seiten, nicht optimal eingesetzte und gestaltete Poster und Unmengen von Papierhandtüchern, die in der Mülltonne landen! Sollte aber auf der anderen Seite einmal der Vorrat aufgebraucht sein, ist das Entsetzen groß.
Umdenken ist nötig!
Während schon viele Menschen bewusst darauf achten, welche Mengen an Papier sie verbrauchen und welche Art von Papier sie benutzen, gehen andere noch gedankenlos mit diesem wertvollen Material um. Hier können weiterhin adressatengerechte Informationen und Aufklärung helfen, damit auch in der Schule unsere Schülerinnen und Schüler ihren Papierkonsum kritisch reflektieren. Dazu müssen sie zunächst mehr über die Eigenschaften dieses Stoffes erfahren und die ökologischen und wirtschaftlichen Aspekte des Herstellungsprozesses kennenlernen. Dann kann die Schule auch ihren Aufgaben zur Bewusstseinsbildung und bei der Prägung nachhaltiger Konsummuster kommender Generationen gerecht werden.
Viele Projekte und Initiativen vermitteln den Schülerinnen und Schülern bereits die Prinzipien des Vermeidens, Verwertens und Beseitigens im Umgang mit dem Abfall. Außerschulische Lernorte wie z.B. die Abfallbetriebe sind hierfür besonders gut geeignet. Obwohl man Wege sucht, den Papierverbrauch in den Schulen zu reduzieren, bleibt das ausgedruckte und kopierte Arbeitsblatt ein häufig genutztes Medium. Hier sollten wir durchaus auch selbstkritisch sein.
Unsere Schülerinnen und Schüler sollen sich zu mündigen Verbraucherinnen und Verbrauchern entwickeln. Dazu gehört auch, dass ihnen bewusst wird, wie ihr Papierkonsum unmittelbar die Umwelt beeinflusst und dass Recyclingpapier einen Beitrag dazu leisten kann, die Umweltbelastung zu verringern. Das bedeutet neben dem sparsamen Umgang mit Papier und damit einer deutlichen Reduzierung der Abfallmengen eine Schonung der Energie- und Wasserreserven, Reduktion des CO2-Ausstoßes und Erhaltung des Baumbestands unserer Wälder.
Papier im Vergleich mit Kunststoff
In großen Teilen der Gesellschaft herrscht ein Konsens darüber, dass Plastik an vielen Stellen vermieden werden sollte, da Plastikmüll zunehmend die Meere verschmutzt und in Form von Mikroplastik auch in unsere Nahrungskette und damit in unsere Körper gerät. Als Konsequenz versucht man, die Plastikanteile in Gütern wie Wattestäbchen und Schulordnern durch Papier und Pappe zu ersetzen.
Aber kann die Substitution durch Papier die Lösung der Kunststoffproblematik in der Welt sein? Papier ist ein...

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