6. – 8. Schuljahr

Udo Klinger

Salz ein Stoff, viele Namen

Durch klare Begrifflichkeit zum besseren konzeptionellen Verständnis

Die meisten Menschen denken bei Salz sicher an Kochsalz. Das „weiße Gold hat viele Namen, je nach Herkunft, Verwendung oder erkenntnisleitendem Interesse. Für den naturwissenschaftlichen Unterricht bedeutet das zweierlei. Zum einen wäre zu klären, ob sich unter den verschiedenen Namen immer derselbe Stoff verbirgt. Das setzt natürlich voraus, dass man über eine brauchbare Definition von Stoff verfügt. Es geht mit anderen Worten – also um das Gemeinsame. Fragen Sie einmal Kinder, ob Schnee und Leitungswasser derselbe Stoff sind. Nehmen Sie dann noch Meerwasser hinzu.
Zum anderen ist zu zeigen, was im Einzelfall eine andere Namensgebung rechtfertigt. Dabei spielen ganz triviale Alltagsgeschichten eine Rolle: Kochsalz, Streusalz. Wir betreten aber auch die jeweiligen wissenschaftlichen, wirtschaftlichen oder technischen Domänen: Steinsalz, Natriumchlorid, Halit.
Salz wovon sprechen wir?
Verschaffen Sie sich und Ihren Schülern doch zunächst einen Überblick. Bereits dabei lässt sich viel Interessantes zum Salz lernen. Das Arbeitsblatt 1 regt zum Entdecken und Nachforschen an. Sicher kennen und finden Sie selbst noch weitere Salznamen. Beginnen sollten wir mit der Erfahrungswelt, den konkreten originalen Begegnungen in Alltag und Lebenswelt. Vom Phänomenologischen ausgehend, wenden wir uns dann Schritt für Schritt den verschiedenen Beschreibungsebenen zu. Beginnen wir mit der Natur.
Natursalz Vorkommen
Man findet weiße Steine, die beim Lecken salzig schmecken und sich in Wasser lösen, in der Erde, als kristalline Krusten am Meer auf Felsen, Sand und Pflanzen (s. Abb. 1 ). Meerwasser schmeckt salzig. In manchen Ländern sind große Flächen mit dem weißen Material bedeckt: Salz gibt es auf unserem Planeten also In Form von Steinsalz und Meersalz, in Lagerstätten und Salinen, gelöst oder frisch kristallisiert oder in ausgetrockneten Salzseen.
Dabei ist das rohe, natürliche Salz in den wenigsten Fällen strahlend weiß, eher unansehnlich grau. Was uns auf direktem Weg zum Ursprung des Namens „Salz führt. Die indogermanische Wurzel ist „sal, was so viel wie schmutzig grau bedeutet. Wir können es heute noch im Französischen sehen: „sale heißt schmutzig, „salé gesalzen. Im Englischen gibt es noch „salary, was so viel wie Lohn oder Gehalt bedeutet. Natürlich ist auch hier der Ursprung Salz. Das kommt daher, dass man früher auch „in Salz entlohnte. Salz war sehr wertvoll!
Das natürlich vorkommende Salz kann man direkt so nutzen, wie man es findet. Dieser Modetrend ist nicht neu. Fleur de Sel, Himalajasalz, Salz vom Toten Meer oder nicht aufbereitetes Steinsalz werden von manchen Menschen sehr geschätzt (vgl. Praxismodul 4 „Märchenhaftes Salz). Der Großteil des aus der Natur – aus bergmännisch abgebauten Lagerstätten oder Salinen gewonnenen Salzes wird jedoch weiterverarbeitet.
Salznamen: Meersalz, Steinsalz, Fleur de Sel, Lavasalz, Natursalz
Produziertes Salz Gewinnung in Bergbau und Salinen
Salz wird im Gegensatz zu anderen wichtigen Stoffen etwa Eisen und Stahl lediglich abgebaut, ausgelaugt bzw. aus wässriger Lösung kristallisiert, aufbereitet und gereinigt (raffiniert). Es findet keine chemische Umwandlung wenn man vom Lösen in Wasser und Kristallisieren einmal absieht wie etwa bei der Reduktion oxidischer Erze zur Metallgewinnung statt. Von daher ist die Salzgewinnung ein einfaches Beispiel dafür, wie der Mensch natürlich vorkommende Stoffe direkt für seine Zwecke nutzbar machen kann.
Schaut man genauer hin, so kann man feststellen, dass unser Salz in allen Fällen aus der Verdunstung von Meerwasser resultiert, seien es Salzseen, Salinen oder bergmännisch abzubauende Lagerstätten. Letztere haben nur eine etwas längere Geschichte, sind aber ebenfalls etwa in natürlichen Senken , ganz wie in der Saline, durch Verdunstung salzhaltigen Wassers entstanden. Im...

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